Wenn Mythen verwässern: Coca-Colas Traum von Vielfalt

27. August 2008 um 01:06 Uhr von Liesel Pusacker

Liesel Pusacker hält eine Flasche Coca Cola Zero und eine Flasche Coca Cola Light in den HändenSeit im Jahre 1886 in einer Soda-Bar in Atlanta/Georgia das erste Glas Coca-Cola ausgeschenkt wurde, ist viel braune Flüssigkeit die durstigen Kehlen heruntergeflossen. Zunächst war es der Apotheker John Styth Pemberton, der mit einem neuartigen Sirup an die Öffentlichkeit trat: Ein Teelöffel des von ihm entwickelten Sirups wurde mit einem Glas eiskalten Quellwassers gemischt.

Nachträglich betrachtet war der Erfolg vorprogrammiert: Aus verschiedensten konkurrierenden Getränken stach Pembertons Coca-Cola heraus, die wegen seiner medizinischen Wirkung und auch der wohlschmeckenden Limonade immer häufiger konsumiert wurde. 1895 zum Beispiel wurde Coca-Cola bereits in sämtlichen Staaten der USA verkauft, zum Preis von 5 Cent pro Glas. Bald entwickelte sich Coca-Cola zum amerikanischen Nationalgetränk, das inzwischen in mehr als 200 Ländern weltweit getrunken wird. Sehr stark verkürzt könnte die Ursprungsgeschichte der bekanntesten Marke der Welt in etwa so gehen…

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Die wiederverschließbare Getränkedose

8. August 2008 um 06:32 Uhr von Winfried Braun

Stuttgart (ots) - Bisher verdiente er Millionen mit Michael Schumacher, dem erfolgreichsten Rennfahrer aller Zeiten. Nun will Wilhelm F. Weber mit einer wiederverschließbaren Dose den weltweiten Dosenmarkt mit mehr als 250 Milliarden Dosen pro Jahr erobern. Auch wenn er dem Motorsport weiterhin erhalten bleibt, geht er damit in einem neuen Business fremd.

Willi Weber: "Seit Jahrzehnten warten Verbraucher in aller Welt darauf, die Getränkedosen wieder verschließen zu können. Nun kann ich Ihnen die Lösung präsentieren: Spinclip!"

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Mister Magnetik – dem Produktversprechen auf der Spur …

22. Juni 2008 um 12:26 Uhr von Ralf Kosub

Wenn Otto Normalverbraucher durch die Regalreihen bundesdeutscher Super- und Drogeriemärkte wandelt,  stößt er seit geraumer Zeit auf ein Produkt mit einem Versprechen der besonderen Art: Die Metamorphose in Mister Magnetik!

Im übertragenden Sinne sozusagen die Metamorphose von Otto Normalverbraucher aus Oer-Erkenschwick in George Clooney aus Hollywood. Und dies alles ohne chirurgisches Komplettprogramm oder schweißtreibende Sportprogramme. Alles völlig unkompliziert: Man investiere rund 5 Euro in den Kauf eines Haargels, investiere anschließend 2 bis 3 Minuten Zeit vor dem Badezimmerspiegel und fertig ist er: Mister Magnetik – das „Alphatier“, der Held unter den deutschen Diskokugeln. Ein Produkt, das jedem Schönheitschirurgen das Wasser in die Augen treiben dürfte – sofern es  sich nicht um einen gigantischen Scherz eines Produktmanagers handelt. Die MarketingGuerilla stellte sich dem Selbstversuch …

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Mutti ist die beste Zielgruppe

11. Juni 2008 um 15:10 Uhr von Martin Henseler

Ein Produkt, das gefällt: Blédina Babymenü aus der Reihe “Les idées de Maman” Blédina-Kindermenü

Zucchini, kleine Nudeln und Seehecht - eine Kombination, die Mütter in deutschen Drogeriemarktregalen wohl lange und vergeblich suchen. Diese und andere Kombinationen stellt die französische Marke für Babynahrung Blédina in einer Reihe zusammen, die sie “Les idées de Maman” nennt, zu deutsch: Mamas Ideen. In französischen Supermärkten würden deutsche Eltern ohnehin ins Staunen geraten: Während die deutschen Anbieter von Babynahrung Fisch so gut wie gar nicht verarbeiten (nur Hipp bietet ein einziges Menü mit “Seefisch” an, welcher auch immer dahinter stecken mag), dürfen die Mütter auf der anderen Rheinseite zwischen Lachs, Seelachs, Forelle, Seehecht und sogar Seezunge wählen. Für den Marketing-Beobachter noch viel interessanter: Es waren wohl die Mütter selbst, die diese reichhaltige Speisekarte zusammengestellt haben!

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Nichtrauchen als rebellischer Akt

26. März 2008 um 13:13 Uhr von Martin Henseler

MeierKurt Tabakaromabonbons Ein Produkt, das gefällt: Meierkurt Tabak-Aromabonbons

Schon seit 2004 ist der deutsche Süßwarenmarkt um ein Exotikum reicher: Bonbons mit Tabakgeschmack. Seinerzeit mit freundlicher journalistischer Aufmerksamkeit begleitet, hat das Produkt inzwischen den Weg in diverse Vertriebskanäle gefunden. In einem Süßwarenautomaten ist mir diese Packung ins Auge gefallen, wie sie zwischen Ültje-Erdnüssen und Mamba-Kaubonbons ihren Platz behauptete: Tabakbraunes Design, mit einem Che-Guevara-Portrait auf der Vorderseite. Stolze zwei Euro waren zu bezahlen, um dieses Produkt mit doch eher fragwürdigem Nutzenversprechen zu erwerben, aber ich konnte mich nicht zurückhalten. Kein Wunder, wie mich zwischenzeitlich die Webseite von Meierkurt aufklärte, handle es sich doch hier um einen "starken Impulsartikel" mit "großem Kundenpotential (ca. 20 Mio. Raucher)".

Das stimmt. Ich bin nämlich seit Jahren wieder Nichtraucher, also noch über das angepeilte Marktpotenzial hinaus angesprochen worden! Und weswegen? Zweifelsfrei weil es ein abgedrehtes, noch nicht dagewesenes Produkt ist, nämlich ein Paket Kamellen, das nach Tabak schmecken soll, ohne aber Nikotin zu beinhalten. Und diese Aussage wird mit einem Che-Guevara-Portrait garniert, so dass sich der nikotinfrei lutschende Tabakgenießer geradezu revolutionär vorkommen muss. Nichtrauchen als rebellischer Akt. Vergessen wir dabei nicht: Eigentlich ist es ja gerade der Akt des Rauchens, der traditionell als nonkonformistisch, freiheitsbetont, identitätsstiftend, teils auch erotisch und vor allem als rebellisch empfunden oder zumindest beworben wurde. Und dieser Akt des Rauchens geht zwingend mit dem Halten von qualmenden Zigaretten oder Zigarren einher. So wie Che Guevara nicht gerade selten eine dicke Havanna zwischen die Zähne geklemmt hatte.

Das ist vielleicht gerade der Clou in der heutigen Zeit, da sich Raucher draußen unter Heizpilzen treffen: Nicht die Aufnahme der Droge Nikotin verschafft die eigentliche Befriedigung, sondern einfach das Bewusstsein, Tabak zu sich zu nehmen. Mitten unter Leuten. In Kirchen, Krankenhäusern oder Kindergärten. So erklärt es uns auch der Packungstext: Auf der Vorderseite steht groß "nikotinfrei", hinten folgt die Präzisierung: "Für alle Nichtraucher-Zonen, wie z. B. im Flugzeug, im Meeting…" - in denen man früher Nikotinpflaster verwandte. Mit diesem Junkie-Habitus räumt Meierkurt gründlich auf. Schwach ist, wer die Droge braucht - cool ist, wer raucht, weil es ihm schmeckt! Und auf den Geschmack muss jetzt niemand mehr verzichten!

Aber schmecken die Bonbons auch?

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