Print: PR-Experten haben für Boulevard nichts übrig
von Winfried Braun
Hartes Urteil der Kommunikationsbranche zum Image von Zeitungen
Zeitungen: Qualität ist wichtig für Businesswelt (Foto: fotodienst.at/Anna Rauchenberger)
Wien (pte) – Im österreichischen Geschäftsleben haben die Tageszeitungen “Österreich” und “Krone Zeitung” nichts zu suchen, dafür überzeugen “Standard” und “Die Presse”. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Agentur Public & Media http://www.public-media.at in Kooperation mit dem Online-Markt- und Meinungsforschungsinstitut http://www.marketagent.com. Die Unternehmen nahmen das Image der wichtigsten österreichischen Tageszeitungen unter die Lupe. Befragt wurden dazu erstmalig ausschließlich Kommunikationsexperten aus den Bereichen Public Relations, Werbung sowie Marketing/Marktforschung. “Ich habe teilweise mit den Ergebnissen gerechnet. Aber das Urteil der Experten hat mich dennoch überrascht, denn es fiel viel strenger aus, als vergleichbar Leseruntersuchungen der GFK”, so Peter Muzik, Inhaber der Spezialagentur Public & Media und langjähriger Chefredakteur des “WirtschaftsBlatt” gegenüber pressetext.
Qualität überzeugt Experten
Die besten Bewertungen sammelte der “Standard”, der in vielfacher Hinsicht als Nummer eins gesehen wird. Er rangiert beispielsweise puncto Aufmachung, Themenmix oder Recherchequalität an der Spitze und liegt auch in der Gesamtwertung an erster Stelle – vor den beiden Qualitätszeitungen “Presse” und “Salzburger Nachrichten”.
Das erfolgreichste Medium ist neben der “Krone Zeitung” die “Kleine Zeitung”. “Dieses Ergebnis ist durchaus realistisch. Die ‘Kleine Zeitung‛ ist immer auf der Gewinnerstraße und kommerziell wie auch nach ÖAK-Umfragen sehr erfolgreich”, kommentiert Muzik das Ergebnis.
Boulevard lässt zu Wünschen übrig
Gar nicht gut schneiden hingegen die Boulevardzeitungen ab: Die “Krone” liegt im Gesamtklassement an vorletzter Stelle. “Österreich”, dem beinahe durchwegs miserable Zensuren ausgestellt werden, ist an letzter Position zu finden. Jeder zweite Befragte gibt an, mit dieser Tageszeitung bereits schlechte persönliche Erfahrungen gemacht zu haben.
“Bei der GFK-Umfrage gab es keine solchen Diskrepanzen. ‘Österreich’ und ‘Krone’ kommen bei den Lesern eindeutig besser weg. Bei unserer Umfrage war das Urteil schlecht”, erläutert Muzik im pressetext-Interview. Erklären lässt sich das strenge Urteil dadurch, dass die Kommunikationsexperten einen besseren Zugang zum Zeitungsgeschäft haben. “Boulevardblätter, die durchs Schlüsselloch in die Welt schauen sind gut und schön für die Massen, im Geschäftsleben aber sinnlos”, so Muzik.











