Deutsche Süßigkeiten: Reißender Absatz in China

von Winfried Braun

deutsche_suesswarenHersteller profitieren von geringen Produktionskosten und Exporten

Deutsche Süßwaren weltweit beliebt (Foto: pixelio.de, Marco Barnebeck)

Halle (pte) – Trotz globaler Wirtschaftskrise, Kurzarbeit und zuletzt wieder steigenden Arbeitslosenzahlen sind deutsche Süßwarenhersteller im hart umkämpften Ausland international konkurrenzfähig. Selbst in China überzeugen Konzerne wie Haribo, Bahlsen oder Ritter – und das, obwohl die dortigen Hersteller bei Nachahmerprodukten aus den Bereichen Elektrotechnik, Mode, Möbel und Spielwaren Deutschland binnen kürzester Zeit vom Markt verdrängt haben. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass alle rund 200 deutschen Hersteller mit einer Mio. Tonne im Jahr mehr als fünfmal so viel Süßigkeiten exportieren wie China. Danach folgen Holland sowie Belgien.

Plagiate selbst bei Fruchtgummi

“Obwohl China ein Markt mit großem Potenzial ist, haben selbst Süßwaren-Markenhersteller wie Haribo dort immer wieder Probleme mit Plagiaten”, unterstreicht Haribo-Sprecher Marco Alfter http://haribo.de auf Nachfrage von pressetext. Trotzdem sei man stolz, weltweit in 110 Ländern tätig zu sein und Produkte exportieren zu können. Obwohl die Bundesrepublik Exportweltmeister bei Süßigkeiten ist, kommt keiner der großen Marktplayer wie Mars, Kraft Foods, Hershey, Wrigley, Cadbury oder Nestlé aus Deutschland. Die Größe scheint kleineren Herstellern keine Probleme zu bereiten – ganz im Gegenteil, diese geben sich selbstbewusst.

Das Erfolgsgeheimnis deutscher Hersteller besteht darin, hohe Qualität zu einem kleinen Preis produzieren zu können. “Obwohl der chinesische Markt von uns noch nicht betreut wird, sind Süßwarenprodukte stark nachgefragt”, zeigt sich eine Sprecherin der eigenen Angaben nach ältesten Schokoladenfabrik Deutschlands, Halloren http://halloren.de, gegenüber pressetext optimistisch. Die große Nachfrage hat bei den Hallensern im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einem Rekordumsatz von 53,12 Mio. Euro geführt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 39,4 Prozent.

Europa weiter zentraler Absatzmarkt

Einem Bericht der Welt nach zählen Haribo und Katjes bei Fruchtgummi und Lakritze zu den führenden Marken. Lambertz, Griesson und Bahlsen spielen bei Gebäck vorne mit. Bei Schokoladenwaren führen Stollwerck, Ritter, Rausch und Halloren. Obwohl China attraktiv bleibt, gehen drei Viertel der deutschen Süßwaren-Exporte in die Länder der Europäischen Union. Es folgen Russland, die USA und die Schweiz. “Die Vorlieben der Kunden sind in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. So kennen viele Russen gegenwärtig noch kaum die verschiedenen Fruchtgummi-Süßwarenartikel”, erläutert Alfter im Gespräch mit pressetext.

Neben China und Russland ist aber auch die USA ein Eldorado für deutsche Hersteller. Mit fast 11.000 Tonnen importieren die Amerikaner knapp 70 Prozent mehr deutsche Schokolade als noch zur Jahrtausendwende. Ebenso gefragt in Übersee sind Pralinen, Kekse und Waffeln sowie Bonbons “Made in Germany”. Japan und China importieren hingegen eher Nougat und Marzipanwaren, vor allem aber Bonbons und Zuckerartikel wie Fruchtgummis. Ähnlich sieht es im arabischen Raum aus, während Australier, Russen und Südamerikaner Schokolade schätzen. Die Firmen profitieren zudem von Expansionen durch Metro, Rewe, Aldi und Lidl.

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Der Beitrag wurde am 4. Februar 2010 um 06:55 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Märkte & Branchen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.