Marketing-Trick: Kindle-”Bestseller” oft kostenlos

von Winfried Braun

kindleGratis-Aktionen in der Verlagsbranche aber heftig umstritten

Im Moment werden die E-Book-Charts von kostenlosen Titeln angeführt (Foto: amazon.com)
 
New York (pte) – Um ihre Bücher am E-Book-Reader Kindle populär zu machen, greifen viele Verlage auf einen einfachen Trick zurück: Sie verschenken die Werke und schaffen es so in den Verkaufscharts nach ganz oben. So sei mehr als die Hälfte der “meistverkauften” E-Books im Moment gratis erhältlich, schreibt die New York Times. Neben älteren Werken, die nicht mehr unter Copyright stehen, sind darunter auch viele neue Bücher. So standen vor kurzem die Bücher “Cape Refuge” und “Southern Storm” von Terri Blackstock ganz oben die Charts. Beide Werke werden vom Verlag noch bis Ende des Monats kostenlos zur Verfügung gestellt.

Harte Preispolitik

Große Verlage wie Harlequin http://www.eharlequin.com, Random House http://www.randomhouse.com und Scholastic http://www.scholastic.com/kids/stacks/index.asp bieten Teile ihres Katalogs gratis bei Amazon, Barnes & Noble und anderen Händlern an. Der Gedanke ist, den Konsumenten neue Schriftsteller kostenlos vorzustellen, damit diese dann andere Bücher des Autors kaufen. Den Lesern eine Kostprobe zu geben, sei ein guter Weg, um sie davon zu überzeugen, mehr Bücher zu kaufen, so Suzanne Murphy von Scholastic Trade Publishing. Die kostenlosen Leseproben sind eine der Reaktionen der Verlage auf die harte Preispolitik bei E-Books.

Verschenk-Aktionen heftig umstritten

Nachdem Amazon und andere Anbieter 9,99 Dollar als Standardpreis für Neuerscheinungen und Bestseller festgelegt haben, befürchten die Verlage, dass die Leser bald nicht mehr bereit sind, die üblichen 25 Dollar für neue Hardcover-Bücher oder 13 Dollar für Taschenbücher auszugeben. Gerade in diesem Zusammenhang ist das Verschenken von Büchern jedoch heftig umstritten. “Zu einer Zeit, in der wir uns gegen den Preis von 9,99 Dollar für E-Books wehren, ist es unlogisch, Bücher gratis herzugeben”, so David Young von der Hachette Book Group http://www.hachettebookgroup.com. In eine ähnliche Kerbe schlägt ein Sprecher der Penguin Group USA http://us.penguingroup.com : “Penguin hat nicht und wird auch nicht Bücher verschenken. Wir finden, dass der Wert des Buches dafür zu wichtig ist.”

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Ein Kommentar

  1. Dem liegt vielleicht auch unbewusst das uralte Prinzip zugrunde: Wer gibt (schenkt) erhält.

    am 31. 01. 2010 um 10:13 Uhr von ElliPirelli

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Der Beitrag wurde am 25. Januar 2010 um 06:59 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Märkte & Branchen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.