Aldi wendet sich von Billigpreispolitik ab

von Winfried Braun

butterpreiseButter um 30 Prozent teurer – Große Hoffnungen in Milchgipfel

Butterpreise stabilisieren sich langsam (Foto: pixelio.de, brandtmarke)

Essen/Berlin (pte) – Der zuletzt wegen Bespitzelungen der eigenen Mitarbeiter massiv in die öffentliche Kritik geratene deutsche Lebensmitteldiscounter Aldi http://www.aldi.de verabschiedet sich von seiner bisherigen Preispolitik bei Milch- und Molkereiprodukten. Seit heute, Donnerstag, verrechnet der Konzern in seinen Filialen für 250 Gramm Butter 30 Prozent mehr. Einem Bericht der Lebensmittel Zeitung zufolge verlangt man künftig statt wie bisher 65 Cent nun 85 Cent. So gibt das Unternehmen höhere Einkaufspreise direkt an die Verbraucher weiter. Den Preis für Milch hat Aldi allerdings nicht erhöht. Ein Liter frische Vollmilch kostet weiter 48 Cent und bleibt damit auf dem niedrigen Niveau der vergangenen Wochen und Monate.

Experten bewerten das Vorgehen der Discounterkette als einen Strategiewechsel. Schließlich hatte man sich zuletzt an zahlreichen Preissenkungsrunden beteiligt. Andererseits dürfte aber auch der Druck vonseiten der demonstrierenden Milchbauern für die aktuelle Entscheidung richtungsweisend gewesen sein. Neben Aldi wurden auch andere Discounter zuletzt massiv für ihre niedrigen Preise bei Milchprodukten kritisiert. So klagen die Milchbauern bereits seit Monaten über die aus ihrer Sicht zu geringen Erzeugerpreise und machen den Handel dafür verantwortlich, die Spirale durch Kundenlockangebote immer weiter nach unten zu treiben. Für Aldi demnach ein entscheidender Schritt auf dem Weg, das ledierte Image aufzupolieren.

“Dass Aldi die Preise für Butter erhöht, ist ein gutes Zeichen. Denn die Butterpreise spiegeln die Marktverhältnisse wider. Angesichts der international steigenden Nachfrage ist damit zu rechnen, dass sich die Märkte allmählich wieder stabilisieren”, unterstreicht Michael Brandl vom Milchindustrie-Verband http://www.milchindustrie.de im pressetext-Gespräch. Schon am morgigen Freitag soll über die Preispolitik der Großkonzerne beratschlagt werden. Dazu treffen sich in Berlin die Vertreter der Milchbauern mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum sogenannten Milchgipfel. Davon erwartet sich Brandl “eine klare politische Linie”. Unter den Milchbauern werden derzeit Milchmengenregulierungen und Liberalisierungspläne diskutiert.

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Ein Kommentar

  1. Naja, 20 Cent … wenn die komplett an die Bauern gehen würden, wären diese sicherlich zufrieden.

    am 04. 10. 2009 um 12:36 Uhr von Enrico Mascholleck

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Der Beitrag wurde am 2. Oktober 2009 um 07:06 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Märkte & Branchen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.