Mit Zuversicht in den Herbst
von Winfried Braun
Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für September 2009
Nürnberg – Der Aufwärtstrend des Konsumklimas setzt sich auch zum Herbstanfang weiter fort. Konjunktur- und Einkommenserwartung legen zu. Auch die Anschaffungsneigung verbessert sich nochmals auf gutem Niveau. Der Gesamtindikator prognostiziert nach revidiert 3,8 Punkten im September für Oktober einen Wert von 4,3 Punkten.In den vergangenen Wochen haben sich die Meldungen gehäuft, wonach die Konjunktur weniger stark rückläufig ist als noch vor einigen Monaten befürchtet. Daher sehen auch die Konsumenten zunehmend optimistischer in die Zukunft. Die Konjunkturerwartung steigt zum sechsten Mal in Folge. Das ruhige Preisklima ohne jede Inflation sorgt außerdem dafür, dass die Kaufkraft gestärkt wird. Folglich setzen die Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung ihren Aufwärtstrend fort. Auch die Tatsache, dass der gefürchtete Einbruch auf dem Arbeitsmarkt bislang ausgeblieben ist, stützt die positive Stimmung.
Konjunkturerwartung: Aufwärtstrend gefestigt
Die Konjunkturerwartungen der Bundesbürger setzen ihren Anstieg aus dem Rezessionstief vom Jahresanfang auch im Herbst dieses Jahres fort. Der Indikator kann im September sogar zweistellig zulegen; das Plus beträgt 10,9 Punkte. Mit einem aktuellen Wert von 3,4 Punkten überspringt der Indikator damit zum ersten Mal seit Juni 2008 wieder die Nulllinie, das heißt den langfristigen Durchschnittswert.
In der Wahrnehmung der Konsumenten setzt sich offenbar zunehmend die Erkenntnis durch, dass das “Schlimmste” hinter ihnen liegt und sie wieder etwas optimistischer in die Zukunft blicken können. Zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt eine Umfrage, die der GfK-Nürnberg e.V. in einer dritten Welle Ende August/Anfang September dieses Jahres durchgeführt hat. Auch hier ist der Anteil derjenigen, die angeben, dass der Höhepunkt der Krise noch vor uns liegt, innerhalb von drei Monaten deutlich gesunken. Im Gegenzug hat zuletzt der Anteil derer zugenommen, die davon ausgehen, dass die Talsohle bereits durchschritten ist. Bestätigt wird dies durch die Tatsache, dass in den letzten Wochen eine Reihe von Konjunkturprognosen für dieses Jahr nach oben revidiert wurde. Zudem gehen Experten inzwischen davon aus, dass der Arbeitsmarkt weniger dramatisch einbrechen wird als noch vor einigen Monaten befürchtet. Auch die Unternehmer beurteilen die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zunehmend positiv. Dies zeigt der Ifo-Geschäftsklimaindex, der im September zum sechsten Mal in Folge leicht gestiegen ist.
Einkommenserwartung: weiter im Aufwind
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher legen im September bereits zum vierten Mal in Folge zu. Mit einem Plus von 7,2 Punkten fällt der Anstieg wiederum deutlich aus. Aktuell weist der Indikator 16 Punkte auf. Ein höherer Wert wurde zuletzt im Juli 2007 gemessen.
Neben den Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II, die zu Entlastungen der privaten Haushalte führen, wirkt vor allem die derzeit extrem niedrige Inflation belebend auf die Einkommensaussichten der Konsumenten. Viele Verbraucher sehen aufgrund stabiler oder sogar sinkender Preise die Kaufkraft gestärkt und damit mehr Geld im Portemonnaie. Dieser Blick verdrängt derzeit noch aufkommende Ängste vor Jobverlust infolge einer drohenden steigenden Arbeitslosigkeit.
Anschaffungsneigung: gutes Niveau noch einmal verbessert
Trotz ihres schon guten Niveaus kann die Anschaffungsneigung im September noch einmal zulegen. Mit einem Plus von 5,4 Punkten steigt der Indikator auf 36,5 Zähler. Im Vorjahresvergleich ist sogar ein Anstieg von knapp 50 Punkten zu verzeichnen.
Da die Preiserwartungen der Verbraucher nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau sind, stützt dies die Konsumneigung der Verbraucher. Dieser Zusammenhang zwischen Preisentwicklung und Anschaffungsneigung wurde in der Vergangenheit immer wieder beobachtet. Sind die Inflationserwartungen deutlich nach unten gerichtet, wirkt dies belebend auf die Anschaffungsneigung. Als zusätzliche Stütze erweist sich aktuell der erstaunlich robuste Arbeitsmarkt, der zurzeit noch von der umfangreichen Kurzarbeiterregelung profitiert.
Konsumklima: steigt weiter
Der Gesamtindikator prognostiziert für Oktober einen Wert von 4,3 Punkten nach revidiert 3,8 Zählern im September. Das Konsumklima legt damit weiter zu. Im längerfristigen Vergleich ist das Niveau des Indikators jedoch vergleichsweise niedrig. So liegt der Durchschnittswert seit der Wiedervereinigung bei 9 Punkten und damit deutlich über dem aktuell ermittelten Stand.
Damit bleibt der private Konsum in diesem Jahr die wesentliche Stütze der deutschen Wirtschaft, denn bei Investitionen und Exporten wird 2009 ein dickes Minus stehen. Allerdings entscheidet die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt darüber, ob die Binnennachfrage diese Funktion auch weiterhin erfüllen kann. Sollte sich die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Monaten stark erhöhen, wird dies auch die Konsumenten belasten und das Konsumklima schwächen.
Zur Studie
Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie “GfK-Konsumklima MAXX” und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben. Weitere Informationen zur Erhebungsmethode finden Sie hier.
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe bietet das grundlegende Wissen, das Industrie, Handel, Dienstleistungsunternehmen und Medien benötigen, um Marktentscheidungen zu treffen. Ihr umfassendes Angebot beinhaltet Informations- und Beratungsservices in den drei Sektoren Custom Research, Retail and Technology und Media. Weltweit ist die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen in mehr als 100 Ländern aktiv und beschäftigt über 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2008 betrug der Umsatz der GfK Gruppe 1,2 Milliarden Euro. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.com











