Lautes Mitsprechen beschleunigt das Denken

von Enrico Mascholleck

Schnelleres Rechnen durch Darstellung in Worten oder Zeichnungen

Wer beim Rechnen laut mitspricht oder das Problem aufzeichnet, kommt schneller zum richtigen Ergebnis. Das berichten Psychologen der Universität Granada in der Zeitschrift Electronic Journal of Research in Educational Psychology.

Sie filmten Studenten, als sie mathematische Probleme lösten, und zwar einmal in Stille, einmal begleitet von lautem Mitsprechen bei den einzelnen Lösungsschritten sowie einmal mit der Aufgabe, den Rechenvorgang grafisch darzustellen. Es zeigte sich, dass sowohl das "laute Denken" als auch die bildliche Darstellung den Lösungsprozess beschleunigt und auch eher zu korrekten Ergebnissen führt.

Diesen Effekt geht laut Studienautor Enrique Castro Martínez auf die Eigenschaft des Gehirns zurück, durch äußere Formen der Abbildung eines Problems in den Denkprozessen unterstützt zu werden. "Wer laut denkt oder das Problem aufzeichnet, fördert damit die gedankliche Abbildung des Problems und kommt leichter zum Ergebnis", so der spanische Forscher im pressetext-Interview. Derselbe Effekt, durch die Verwendung verschiedener Darstellungen schneller eine Lösung zu finden, sei nicht nur auf die Mathematik beschränkt, sondern für alle Wissenschafts- und Ingenieursprobleme relevant, schätzt Castro.

Den Lehrern und Professoren rät Castro, ihre Schüler mit einer Vielfalt verschiedener Darstellungsformen vertraut zu machen. "Verbreitet ist besonders in der Mathematik die rein geschriebene oder symbolische Darstellung von Problemen. Es wäre jedoch weitaus zielführender, alternative Darstellungsformen zu betonen – etwa durch Zeichnungen oder das Mitsprechen bei den einzelnen Schritten."

Gefunden in pressetext.austria (09. Juni 2009)

Merken & Weitersagen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • TwitThis
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • Webnews
  • Digg
  • Reddit
  • Facebook
  • MySpace
  • Technorati
  • Tausendreporter
  • Print

3 Kommentare

  1. Je mehr Sinne bemüht werden, umso einprägsamer. Ich neige zum Beispiel dazu, vieles mitzuschreiben. Manchmal haben mich Mitmenschen und Kollegen – wahrscheinlich übereilt – schon für wenig gedächtnisstark gehalten. Weit gefehlt, sage ich da nur.
    Beim Schreiben merke ich mir den Inhalt, jedenfalls meistens :-)

    am 01. 07. 2009 um 19:19 Uhr von Ellipirelli
  2. Beim Rechnen mit Formeln — zu technischen oder physikalischen Angelegenheiten — entwerfe ich ganz gerne eine Skizze. Damit veranschauliche ich mir die Zusammenhänge.

    am 03. 07. 2009 um 21:42 Uhr von Pelle Hozzo
  3. Ich stelle mir die Umsetzung der Erkenntnis mal in einem Hörsaal mit 200 Studenten in einer Mathe- oder Statistikvorlesung vor … :-)

    am 05. 07. 2009 um 12:45 Uhr von Enrico Mascholleck

Kommentar schreiben

Der Beitrag wurde am 30. Juni 2009 um 16:45 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Marketing & Kommentare gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.