Fusionen und Übernahmen auf Rekordtief

von Winfried Braun

fusionen-und-ubernahmenLondon/Frankfurt (pte) – Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions, M&A) ist in den ersten sechs Monaten 2009 auf ein derart niedriges Level eingebrochen wie seit Jahren nicht mehr. Je nach Datendienstleister liegt das Niveau auf einem neuen Fünf- bzw. Sechs-Jahrestief. Nach Angaben von Dealogic http://www.dealogic.com umfassten die Aktivitäten mit einem Volumen von rund 1,1 Bio. Dollar den niedrigsten Halbjahreswert seit der ersten Jahreshälfte 2004. Thomson Reuters http://thomsonreuters.com zufolge erreichten Fusionen und Übernahmen sogar nur 872,5 Mrd. Dollar, was dem niedrigsten Wert seit 2003 entspräche. Die 64,5 Mrd. Dollar schwere Übernahme des Pharmariesen Wyeth durch Pfizer (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090123015/) stellt das in diesem Jahr bislang bedeutendste Ereignis in dem Bereich dar.

Wie Dealogic aufzeigt, wiesen die Kapitalmärkte in dem Zeitraum ein überaus hohes Maß an Aktivitäten auf. Vom 64-Prozent-Sprung auf 887 Mrd. Dollar im Anleihengeschäft zeigte sich der M&A-Sektor jedoch offenbar unbeeindruckt. Obwohl von Ökonomen beinahe jeder von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffenen Branche in Folge ein deutlicher Konsolidierungsprozess prognostiziert wurde, hielten sich die Unternehmen mit Fusionen und Übernahmen bislang zurück. Nach Meinung von Experten ließe der Prozess noch so lange auf sich warten, bis sich die Interessenten wieder in relativ gesunder Verfassung befänden. Derzeit würden sie vielmehr um ihr eigenes Überleben kämpfen und könnten teure Übernahmen kaum stemmen. Firmenpleiten sind den Erwartungen entsprechend hingegen bereits deutlich gestiegen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090610016/).

Die Erholung des M&A-Sektors dürfte den Prognosen entsprechend langsam und schleppend verlaufen. Morgan Stanley geht beispielsweise von einem 18 bis 24 Monate dauernden Prozess aus, der von reduzierten Volumen geprägt sei. Der Equity-Bereich war in den vergangenen Monaten von Geboten im Finanzsektor dominiert. Dahinter belegen die vergleichsweise konjunkturunabhängigen Branchen Pharma und Energie die Plätze. Mit 1.738 Offerten erreichten die Equity-Gebote ein Volumen von 330 Mrd. Dollar – das niedrigste Niveau seit 2005 und die geringste Anzahl an Offerten seit 2003. Unter den schwachen Aktivitäten leiden besonders M&A-Berater wie die Banken Morgan Stanley, die Deutsche Bank, Goldman Sachs oder JPMorgan. Deren Honorare knickten um mehr als die Hälfte auf nur mehr knapp fünf Mrd. Dollar ein.

(Foto: aboutpixel.de, Kellermeister)

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Ein Kommentar

  1. Naja, die Nachricht überrascht nicht wirklich … Auch dann nicht, wenn man weíß, dass auf diesem Feld das antizyklische Vorgehen weitaus ressourcenschonender ist – zumindest für die eigene Geldbörse. Da stellt sich die Frage, warum eigentlich immer in Hochzeiten zu Mörderpreisen investiert wird?

    am 30. 06. 2009 um 16:55 Uhr von Enrico Mascholleck

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Der Beitrag wurde am 28. Juni 2009 um 09:55 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Märkte & Branchen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.