Kaufhäuser – ein Auslaufmodell?

von Ralf Kosub

Kauf- und Warenhäuser, die einstigen Flagschiffe des deutschen Einzelhandels, sind seit Jahren als Sorgenkinder bekannt. Gründe für den Abwärtstrend lassen sich zumeist an der allgemein schwachen Konjunkturlage und insbesondere dem veränderten Kaufverhalten der Konsumenten festmachen.

Doch die Analysten der BBE RETAIL EXPERTS sind sich einig: Nicht die Kaufhäuser generell sind in der Krise, sondern die Kaufhäuser in ihrer traditionellen Form.

Die Verbraucher schätzen die Kompetenz des fachhandelsähnlichen Formates, aber sie fordern mehr Leistung. Eine Zeit der Wende für Deutschlands Kaufhäuser ist angebrochen; die Entwicklung zeitgemäßer Konzepte, die das Kauf-/Warenhaus wieder attraktiv und rentabel machen, hat nun die höchste Priorität. Dies erfordert in erster Linie eine Überarbeitung der Sortimentsstruktur.

Mit dem richtigen Angebot, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Dann sind die Verbraucher bereit, sich verzaubern, sich überraschen zu lassen und entscheiden sich am POS für das spezielle Angebot.

Ohne eine grundlegende Änderung ihres Konzepts und Auftritts werden die mittelständischen Kaufhäuser konventioneller Prägung in den nächsten Jahren massiv vom Markt verschwinden, so steht zu befürchten. „Eine Entwicklung, der durchaus entgegengesteuert werden kann“, so die Überzeugung von Hilmar Juckel, Geschäftsführer der BBE RETAIL EXPERTS Unternehmensberatung aus Köln.

Auch Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) glaubt weiterhin an die Warenhäuser: „Trotz starken Wettbewerbs durch andere Vertriebsformen und in den vergangenen Jahren zurückgegangener Marktanteile haben Warenhäuser in Deutschland nach wie vor eine profitable Zukunft.“

Entscheidend für das Kaufhaus-Sortiment der Zukunft ist aus Sicht der BBE-Handelsexperten  eine Auswahl der ertragreichen Warengruppen und eine aussagekräftige Kombination der Produkte und Marken auf der Fläche – eine eindeutige Tendenz zu einer bereinigten, stimmigen und aussagekräftigen Sortimentsstruktur.

Notwendig sind demnach Flächenkonzepte, die einem klaren Konzept folgen und eine angemessene Rendite ermöglichen. Denn der Ertrag kann durch die Platzierung der Marken auf der Fläche maßgeblich beeinflusst werden. Fehlt es an Akzenten und Highlights verliert der Kunde schnell die Orientierung und das Interesse.

Up-Trading und Kommunikation höherer Wertigkeit sind hierbei die Schlagworte für eine neue Ausrichtung der Kaufhäuser.

Fazit: Kaufhäuser stellen kein „Auslaufmodell“ dar, aber neue Kaufhauskonzepte und insbesondere neue Flächenkonzepte erweisen sich als ein wichtiger Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit. Um zukünftig noch erfolgreich am Markt agieren zu können, ist die Unternehmensführung der konventionellen Kaufhäuser nun gefordert, den Fokus auf die entscheidenden Unternehmensbereiche zu setzen.

Quelle: BBE RETAIL EXPERTS, 07.05.2009

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Der Beitrag wurde am 17. Mai 2009 um 12:00 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Marketing & Kommentare gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.