Stadt statt Strand?

von Winfried Braun

Städtetourismus im Trend

München (ots) – Beim Tourismus ist Deutschland deutlich auf der Gewinnerseite – im europäischen Vergleich sogar Spitzenreiter. Dazu trägt nicht zuletzt seine Vielfalt bei – auch und vor allem bei den Städten, denn Städtereisen liegen klar im Trend. Dementsprechend bemühen sich die deutschen Städte um ein umfassendes Tourismusmarketing. Im Rahmen der Studie “Hin und weg. Erfolgreiche Profilierung deutscher Städte-Reise-Ziele” nahm Deloitte die zwölf wichtigsten Tourismusmetropolen unter die Lupe und entwickelte die Deloitte Destination Value Map®, die als Leitfaden für eine wertorientiert geführte Destination — Reiseziel, Infrastruktur, Image — dient.

“Wir haben insgesamt fünf Bewertungsschlüssel definiert: Marketing, Image, Bedürfnisveränderung der Gäste, Gastfreundlichkeit und Gästezufriedenheit. Bei allen Kriterien spielen endogene Faktoren wie Politik und Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Zudem sind immer stärker ‘weiche’ Kriterien wie Image und Mentalität der Bewohner ausschlaggebend für die Attraktivität einer Stadt”, erklärt Benjamin Ploppa, Senior Manager bei Deloitte.

Erfolgsfaktor Bevölkerung

Im vergangenen Jahr legte der Tourismussektor in Deutschland um knappe fünf Prozent zu und liegt damit deutlich über dem gesamteuropäischen Schnitt von drei Prozent. Bis 2017 rechnen Experten mit 17 Mio. zusätzlichen Übernachtungen von auswärtigen Touristen. Insgesamt beträgt der Anteil des Tourismus am BIP 3,2 Prozent. Dabei ist gerade der Städtetourismus ein wirtschaftlich wichtiger Faktor. Die Anziehungskraft der Städte resultiert einerseits aus dem Kultur- und Shoppingangebot, andererseits aber auch aus Faktoren wie Image, Lebensqualität sowie der Zufriedenheit der Bürger. Hier kommt das sogenannte “Crowdsourcing” ins Spiel: Die Stadtattraktivität wird durch ihre Bewohner gestärkt – entscheidend ist folglich die Integration der Bevölkerung.

Strategisches Konzept für Tourismusmarketing

Da es in Zeiten leerer Haushaltskassen immer schwerer wird, aufwändige Tourismusattraktionen zu finanzieren, kommt es mehr denn je auf ein schlüssiges strategisches Konzept an. Dieses sollte sämtliche Faktoren berücksichtigen – von politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Einflüssen über Bildungs- und Freizeitangebot bis hin zu kulturellen Highlights. So wird die jeweilige Stadt zu einer wertgeführten Destination, die sich im Wettbewerb behaupten kann. Zu gewinnen gibt es selbst in Zeiten der Krise einiges: Nicht nur Auswärtige, auch die Deutschen werden im laufenden Jahr ihre Urlaubsvorhaben realisieren – und Städte-Kurztrips stehen weit oben auf der Wunschliste.

Städte setzen auf unverwechselbares Image

Jede der analysierten Top-Destinationen – Berlin, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart – setzt eigene Marketing-Schwerpunkte. So präsentiert sich Berlin als trendige, lebenslustige Stadt mit Flair. Bremen setzt auf den reizvollen Gegensatz von Innovation und Historie, Dresden wiederum sieht sich vor allem als Kulturmetropole. Düsseldorf betont seine hohe Lebensqualität, Frankfurt seine ausgesprochene Urbanität. Hamburg verweist auf eine ausgewogene Mischung aus Kultur-, Freizeit- und Shoppingangebot, Hannover zeigt sich als Messestadt mit Wohlfühlfaktor. Nach Ansicht der Kölner ist die Rheinmetropole mit dem weltberühmten Dom die Stadt mit Herz und Gefühl, während Leipzig seine kulturelle und wirtschaftliche Dynamik ins Zentrum rückt. München als beliebteste Touristenstadt gibt sich offen, international und multikulturell, Nürnberg verbindet Lebensqualität mit einer besonderen Kultur-Infrastruktur. Stuttgart gilt schließlich als besonders familienfreundlich – und ist zudem die deutsche Automobilhauptstadt.

“Die Städte verstehen durchaus, sich in Szene zu setzen und daraus Kapital zu schlagen: Hamburg ist weltweit viertgrößter Musicalstandort, Kölns Schildergasse ist die meistbesuchte Einkaufsmeile Europas. Hannover erlebte 2008 mit knapp 14 Prozent plus geradezu eine Besucherexplosion. Nun kommt es darauf an, die Erfolgsrezepte weiter zu verfeinern, um die Auswirkungen der Krise auf den Städtetourismus zu minimieren. Dabei können Analyseinstrumente wie die Deloitte Destination Value Map® eine wertvolle Hilfe sein”, resümiert Benjamin Ploppa.

Die komplette Studie finden Sie unter http://www.deloitte.com/dtt/whitepaper/0,1017,cid%253D258354,00.html zum Download.

Über Deloitte

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. “To be the Standard of Excellence” – für die 165.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf http://www.deloitte.com/de/UeberUns.

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Der Beitrag wurde am 26. April 2009 um 22:31 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Studien & Umfragen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.