20 Jahre WWW: Eine Idee verändert die Welt

von Ralf Kosub

“Das Internet hat einen tief greifenden Einfluss auf unsere Gesellschaften, Kulturen und wirtschaftlichen Modelle ausgeübt. Ohne das Web wäre die Welt ein völlig anderer Ort.” Zu dieser Einschätzung kommt Gene Phifer, Managing Vice President beim international tätigen Marktforschungsinstitut Gartner anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des World Wide Web. Der runde Geburtstag eigne sich besonders gut dazu, um sich die Evolution des Netzes und deren weitgehende Auswirkungen auf das alltägliche Leben der Menschen genauer zu betrachten. “Das Internet hat die Welt grundlegend verändert.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass durch seine Entwicklung der Zugang zu Informationen, Produkten, Dienstleistungen, Anwendungen und anderen Menschen völlig demokratisiert worden ist”, stellt Phifer in einem Blog-Statement fest.

Die Einfachheit des Grundkonzepts des weltweiten Netzwerks hätte es gemeinsam mit der zunehmenden Allgegenwärtigkeit von Internetzugängen letztendlich ermöglicht, dass heute eine unglaubliche Fülle an Informationen mit einem einzigen Fingerdruck zum Abruf bereit steht. “Der Verbraucher ist ‘süchtig’ danach geworden, Daten im Internet zu recherchieren, sei es um mehr Wissen über ein bestimmtes Thema zu erhalten oder zur Recherche von Geschäftsmöglichkeiten”, erklären die beiden Gartner-Principal Research Analysten Fernando Elizalde und Amanda Sabia. Neuerdings gingen Nutzer auch ins Internet, um persönliche Inhalte in Social Networks zu finden oder um Unterhaltungsinhalte wie Videos bei YouTube zu suchen.

Da der Web-Content zunehmend komplexer werde und von Text- auf Video-basierte Formate übergehe, steige auch die Zahl der schnellen Verbindungen. “Die Anzahl der Internetzugänge hat 2008 erneut zugenommen. Ende des Vorjahres verfügten 20 Prozent aller Haushalte weltweit über eine Breitbandverbindung. Dies wird sich bis zum Jahr 2012 um 25 Prozent steigern”, erläutern Elizalde und Sabia.

Im März 1989 formulierte Sir Tim Berners-Lee am Genfer Kernforschungsinstitut CERN in seinem Thesenpapier “Information Management: A Proposal” die Idee für ein umfassendes Informationsnetzwerk. Obwohl der Vorschlag damals zunächst kaum Beachtung fand, gilt dieser Text als Grundstein für die weitere Entwicklung des World Wide Web. Heute wird der Text als Geburtsurkunde des Internets betrachtet und in einer eigenen Glasvitrine im CERN ausgestellt. Bis sich das theoretische Netzwerkkonzept von Berners-Lee weltweit durchsetzen konnte, sollten aber noch etliche Jahre vergehen. “Es gab kein Forum, von dem ich eine Antwort erwarten konnte. Nichts geschah”, erinnert sich der Informatiker 1999 in seinem Buch “Der Web-Report”.

Um seine Idee weiter voranzutreiben, richtete Berners-Lee am Weihnachtsabend 1990 den ersten Webserver auf seinem Rechner ein. Der endgültige Siegeszug des weltumspannenden Netzwerks begann allerdings erst im April 1993, als das CERN das Web offiziell für die Öffentlichkeit freigab und sich bereit erklärte, auf Lizenzzahlungen und eine Patentierung zu verzichten. “Wir schulden Sir Tim Berners-Lee Applaus und Anerkennung für seine Vision und seine Bemühungen, sie in die Realität umzusetzen. Seien wir gespannt, was uns in den nächsten 20 Jahren erwartet”, so Phifer.

Weitere Informationen:
www.gartner.com
www.cern.de

Quelle: pressetext.deutschland, 13.03.2009

Merken & Weitersagen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • TwitThis
  • Google Bookmarks
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • Webnews
  • Digg
  • Reddit
  • Facebook
  • MySpace
  • Technorati
  • Tausendreporter
  • Print

6 Kommentare

  1. Zugang zu den Informationen einerseits – Informationsüberflutung andererseits. Ohne Frage, durch die massenhafte Nutzung des Webs ist einer breiten Bevölkerungsschicht, in Europa wie auch in Afrika oder Asien, ein komplett neuer Zugang zur Teilhabe von Wissen ermöglicht worden. Gleichzeitig nimmt die Überflutung mit Online-Inhalten, sei es per Mail oder per Internet, stetig zu.

    Die Kunst des “Wissensarbeiters” von heute verstehe ich darin, zu selektieren und zu priorisieren. Und das in immer kürzeren Zeittaktungen. Die Informationsgesellschaft des 21. Jahnhunderts wird an der Grenze Mensch genau den Punkt erreichen, wo der beschleunigten Welt wieder ein Stück Einhalt geboten wird. Wieviel E-Mails pro Tag kann ein Mitarbeiter eines Unternehmens lesen, verstehen, bearbeiten und priorisieren. Wieviel Inhalte, die wichtig sind, fallen im Alttag ungelesen durchs Raster durch? Wieviel Infomüll wird stattdessen gelesen…?

    Das 21. Jahrfundert als “spätinformationelle Selektionsgesellschaft”? – Meinungen dazu gerne!!

    am 29. 03. 2009 um 12:21 Uhr von ElliPirelli
  2. Das Internet als Synonym für Informationsgesellschaft? Ein edles Ding! Betrachtet man nur mal die Hitlisten der eingegebenen Suchbegriffe usw. ergibt sich aber gaaanz schnell ein anderes Bild … Naja, das Thema Infomüll ist da wohl nur noch ein Additiv …

    am 29. 03. 2009 um 16:31 Uhr von Enrico Mascholleck
  3. Je größer die Fülle der zur Verfügung stehenden Informationen, desto schwieriger ist es die relevanten Informationen zu filtern, die für eine Entscheidung notwendig sein könnten.

    am 29. 03. 2009 um 23:51 Uhr von Winfried Braun
  4. Das würde ich jetzt mal als die Weisheit des Tages bezeichnen! :-)

    am 30. 03. 2009 um 16:47 Uhr von Enrico Mascholleck
  5. Seien wir ehrlich, das was Gartner hier von sich gibt zum Geburtstag des WWW (was im Übrigen nicht gleichzusetzen ist mit dem Internet – da dürfte sich jedem, der nur einen Hauch von Ahnung hat die Fußnägel hochrollen und jeder alter Hase der ersten Stunde vor Lachen am Boden liegen) ist nichts was man nicht schon gewusst hätte, aber schön, dass man es nochmal erwähnt.

    Interessanter wäre eine demografische Analyse der internetnutzer im Verlauf der letzten 20 Jahre gewesen – aber wohl auch erheblich mehr Arbeit *g*

    @Frau Pirelli: Sie bekommen wohl zu viele E-Mails *lol*
    @Herr Mascholleck: Besonders die Suchbegriffe, die Google rausfiltert ;-)
    @Herr Braun: Das Internet ist kein reines “Informationsmedium”

    am 16. 04. 2009 um 22:48 Uhr von Mirco N.
  6. Schön wäre auch ein Sammelsurium der Prognosen zum Thema “Internet” aus den letzten 20 Jahren gewesen … und dann als Leckerbissen dazu eine kleine Übersicht dazu, was wirklich davon eingetreten ist.

    am 17. 04. 2009 um 14:44 Uhr von Enrico Mascholleck

Kommentar schreiben

Der Beitrag wurde am 28. März 2009 um 20:08 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Marketing & Kommentare, Online-Marketing gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.