Marketing außer Kontrolle: nur wenige Online-Händler kennen die Wirkung ihrer Marketing-Maßnahmen

von Ralf Kosub

Händler nutzen bereits viele Möglichkeiten, um Kunden auf ihren Online-Shop aufmerksam zu machen. Suchmaschinenoptimierung und -werbung sowie der Versand von Newslettern sind die am häufigsten eingesetzten Marketing-Instrumente. Jedoch kann nur die Hälfte der Online-Händler darüber Auskunft geben, ob sich diese Maßnahmen wirklich lohnen. Das ergab die Studie “E-Commerce in Deutschland”, die von ibi research an der Universität Regensburg gemeinsam mit den Partnern atriga, ConCardis, creditPass, etracker, EURO-PRO, Hermes Logistik Gruppe, Saferpay und xt:Commerce durchgeführt wurde.

Für einen erfolgreichen Online-Shop sind Marketing-Kampagnen unerlässlich. Die aktuelle Studie “E-Commerce in Deutschland” zeigt, dass drei Viertel der Händler auf Suchmaschinenoptimierung setzen, um Besucher in ihren Web-Shop zu locken. Über die Hälfte schaltet auch Suchmaschinenwerbung und informiert per Newsletter über die angebotenen Produkte.

Diese Maßnahmen verursachen zum Teil erhebliche Kosten. Jeder vierte Händler gibt für Marketing-Aktivitäten mehr als 10.000 Euro pro Jahr aus, bei zwei von fünf sind es mehr als 5.000 Euro. Suchmaschinenwerbung und Zeitungsanzeigen sind dabei die größten Kostenblöcke. Der Erfolg dieser Investitionen bleibt vielen Online-Händlern aber verborgen. Nur gut 40 % der befragten Händler wissen, wie viele Besucher eine Kampagne generiert hat. Und nur 36 % der Unternehmen, die einen Newsletter versenden, kennen die entsprechende Öffnungsrate.

“Es überrascht, dass so wenige Händler sich mit der Wirkung ihrer Marketing-Maßnahmen auseinandersetzen”, kommentiert Dr. Ernst Stahl von ibi research die Untersuchungsergebnisse. “Insbesondere, da Online-Händler mithilfe von Web-Controlling-Tools sehr leicht feststellen können, wie gut beispielsweise die Marketing-Aktionen bei ihren Kunden ankommen”.

Web-Controlling-Tools ermöglichen auch aufschlussreiche Analysen des Nutzerverhaltens, zum Beispiel, wie viele Besucher eines Web-Shops zum Käufer werden (Konversion). Jedoch werden diese Instrumente derzeit noch kaum genutzt. Ein Viertel der befragten Online-Händler setzt gegenwärtig überhaupt kein Web-Controlling-Tool ein. Offenbar schrecken viele Händler vor dem Aufwand der Auswertung umfangreicher Server-Logfiles zurück.

Die Befragung zeigt jedoch auch, dass viele Web-Shop-Betreiber planen, ihre Web-Controlling-Aktivitäten auszubauen. So wollen knapp 40 % das Nutzerverhalten zukünftig regelmäßig analysieren, um Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren. Annähernd jeder zweite Online-Händler will zudem Kundenbefragungen zur Identifizierung von Verbesserungsmöglichkeiten einsetzen.

Für die Untersuchung “E-Commerce in Deutschland” wurden rund 700 Online-Händler befragt. Die Ergebnisse der Studie werden auch dazu genutzt, den E-Commerce-Leitfaden um weitere relevante Inhalte für Online-Händler auszubauen. Im Frühjahr 2009 wird die Neuauflage des Leitfadens zur Verfügung stehen, in der vertiefend auf die Themen Web-Controlling, Risikomanagement, Anschriftenermittlung, Versandabwicklung und Single Euro Payments Area (einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum, SEPA) eingegangen wird.

Quelle: ibi research, 11.02.2009

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Ein Kommentar

  1. Kein Wunder, dass das die Online-Werbung in den letzten Jahren so stark gewachsen ist. Die hatten alle keinen Peil, was ihnen wirklich was bringt :lol:

    am 16. 04. 2009 um 22:57 Uhr von Mirco N.

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Der Beitrag wurde am 28. Februar 2009 um 13:05 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Online-Marketing, Studien & Umfragen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.