Bärenmarke-Bär ist das populärste Werbetier

von Ralf Kosub

Das beliebteste Werbetier ist der Bär aus der Bärenmarke-Reklame. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens Konzept & Analyse gemeinsam mit dem Online-Panel-Betreiber Respondi AG. Die Konsumenten nannten den braunen Gesellen auf die Frage nach ihrem Lieblings-Werbemaskottchen durch die Bank an erster Stelle.

Offenbar stehen Bären ohnehin ganz oben in der Gunst der Fernsehzuschauer: An zweiter Stelle der Top Ten rangiert der Bär aus der Charmin-Werbung. Bemerkenswert: Während der Bärenmarke-Bär nun bereits weit mehr als fünf Jahrzehnte durch die Werbelandschaft tappst, wurde der heutige Charmin-Bär erst im Jahr 2000 vorgestellt – die Popularität von Meister Petz scheint also keine bloße Zeitgeist-Erscheinung zu sein.

Ebenfalls immer noch beliebt: die lila Kuh von Milka. Wiewohl ihre Hoch-Zeit im Fernsehen längst vorbei ist, hat sie als Werbetestimonial ihren Platz in den Herzen der Zuschauer behauptet und landete auf dem dritten Platz. Ganz im Gegensatz zum früheren Kult-Werbetier Lurchi, dem Feuersalamander, der einst die Schuhmarke Salamander erfolgreich vertrat – und heute nur noch im Mittelfeld rangiert.

Allein der Einsatz von Tieren in der Werbung bringt freilich beim Konsumenten noch keine Sympathiepunkte – auf die richtige Wahl kommt es an. Das zeigt ganz deutlich die Auswertung der Schlusslichter in der Werbetiere-Hitliste. Am meisten genervt fühlen sich Deutschlands Verbraucher vom Trigema-Schimpansen: Platz Eins des Negativ-Rankings, außer bei den Älteren. Auch die beiden lustigen Jägermeister-Hirsche Rudi und Ralph haben sich bei den Konsumenten nicht besonders beliebt gemacht: Gefragt nach den Werbetieren, die sie gar nicht mögen, nennt die Mehrzahl der Panel-Teilnehmer sie an zweiter Stelle. Mögliche Erklärung: Der sehr spezielle Humor von Rudi und Ralph trifft nicht den Geschmack des Massenpublikums, sondern lediglich einer sehr spitzen Zielgruppe, in der die Marke auch erfolgreich ist.

Quelle: Konzept & Analyse, veröffentlicht auf www.marktforschung.de, 16. Januar 2009

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2 Kommentare

  1. Das Kindchen-Schema löst als Schlüsselreiz Fürsorgeverhalten und Kümmerungsverhalten aus. Gerade bei höheren Arten verlangt die lang andauernde Aufzucht zur Selbständigkeit einen Mechanismus, um die Eltern ans Kind zu binden. Die Assoziation mit “süß” und “niedlich” wirkt auch in Bereichen, die über diese biologische Funktion hinausgehen.

    am 29. 12. 2009 um 17:42 Uhr von Pelle Hozzo
  2. Bereits 1943 analysierte der Verhaltensforscher K. Lorenz
    die öffentlichen Reaktionen auf Jungtiere in der Werbung.
    In Bezug auf das „Kindchen-Schema“ wies er darauf hin,
    dass Erwachsene auf gewisse Merkmale des Kleinkindes
    angeborenermaßen mit Betreuungshandlungen reagieren.
    Eine derartige Kombination aus niedlich wirkenden Pro-
    portions-Merkmalen löst den Wunsch nach Brutpflege-
    Handlungen aus, gleichgültig, ob sie bei einem Säugling
    oder bei einem Jungtier auftreten.

    Merkmalsträger dieses „Schemas“ lösen allein durch ihr
    optisches Erscheinungsbild emotionale Zuwendung aus.
    Da mit der freundlichen Einstellung auch sogleich Ag-
    gressionen abgebaut werden, ist das „Kindchen-Schema“
    eines der beliebtesten Motive der Werbung und wird oft
    in Verbindung mit einem passenden Produkt abgebildet.


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Der Beitrag wurde am 18. Januar 2009 um 11:51 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Marketing & Kommentare gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.