Studie: Jeder Vierte lässt Bürostress an der Familie aus

von Ralf Kosub

Nach einer Studie des IFAK Instituts fühlen sich 61 Prozent der Beschäftigten bei ihrer Arbeit gestresst. Bei knapp einem Drittel (29 Prozent) ist der Stress so groß, dass sie sich ausgebrannt fühlen. Jeder vierte Berufstätige (27 Prozent) gibt sogar zu, Bürostress an Familie und Freunden auszulassen. Dies ergab eine bevölkerungsrepräsentative Telefonbefragung im Frühjahr 2008 unter 2.000 Erwerbstätigen ab 18 Jahren in ganz Deutschland.

Hektik, Termindruck, hohe Kundenansprüche und wenig Pausen – Stress ist aus dem normalen Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. 42 Prozent der Beschäftigten in Deutschland fühlen sich bei der Arbeit manchmal gestresst; 19 Prozent der Befragten gaben sogar an, sehr oft gestresst zu sein. Frauen sind stärker von häufigem Stress im Job betroffen als Männer. So klagen 21 Prozent der Frauen (Männer: 17 Prozent), sehr oft unter Überbelastung zu leiden. Selten oder nie gestresst sind 39 Prozent der Beschäftigten in Deutschland.

Eines zeigt die Studie auch: Beruflicher Stress geht an vielen nicht einfach vorüber. Bei fast einem Drittel (29 Prozent) ist der berufliche Stress sogar so groß, dass sie sich schon einmal ausgebrannt fühlten und Anzeichen von Burnout hatten. Auch kann Stress nach Feierabend nicht einfach abgestreift werden, sondern viele nehmen den Druck aus dem Büro mit nach Hause. Jeder vierte erwerbstätige Mann (25 Prozent) und sogar jede dritte erwerbstätige Frau (30 Prozent) gaben zu, sich im letzten Monat an mindestens drei Tagen aufgrund von beruflichem Stress gegenüber ihren Familien und Freunden schlecht verhalten zu haben.

Der Schlüssel für den Erhalt der Leistungsfähigkeit ist jedoch das Management der persönlichen Work-Life-Balance, also der individuellen Fähigkeit, ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Privatleben zu schaffen. Gefragt nach dem Stellenwert der Work-Life-Balance, verglichen mit vor zwei Jahren, gab allerdings etwa jeder Vierte (23 Prozent) an, dass die Bedeutung einer guten Balance zwischen Beruf und Privatleben abgenommen habe. Nur für jeden Siebten (16 Prozent) hat sie zugenommen.

An Engagement mangelt es den Beschäftigten in Deutschland auf jeden Fall nicht. Das Gros (88 Prozent) stimmt (voll und ganz) der Aussage “Ich bin immer bereit, zusätzlichen Einsatz zu leisten, um die Arbeit zu erledigen” zu. Etwa eben so viele (90 Prozent) gaben an “ohne weiteres mal länger zu bleiben, um die Arbeit abzuschließen”.

Quelle: IFAK Institut, 06.11.2008

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Der Beitrag wurde am 26. November 2008 um 19:36 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Studien & Umfragen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.