Statistisches Jahrbuch 2008

von Ralf Kosub

Das Statistische Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland ist der “Klassiker” unter den Publikationen des Statistischen Bundesamtes. Es beschreibt das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft in Deutschland. Da es Daten aus allen Bereichen der amtlichen Statistik umfasst, eignet es sich zum Nachschlagen und zum Schmökern gleichermaßen.

Sie können sich Wissen verschaffen über die Bevölkerung, den Arbeitsmarkt und die Verdienste oder die Entwicklung der Preise in Deutschland erfahren. Oder interessieren Sie sich mehr für das Bildungs- oder Gesundheitswesen, für Kultur oder für die Umwelt? In jedem Fall erhalten Sie ein aktuelles Bild der Verhältnisse in Deutschland.

Ein umfangreicher Anhang informiert seit 2007 auch über die wichtigsten statistischen Strukturen und Entwicklungen in nahezu allen Ländern der Welt. Er ersetzt das Statistische Jahrbuch für das Ausland, dessen Produktion mit der Ausgabe 2006 eingestellt wurde.

Gewiss lässt sich die Welt nicht allein mit Zahlen beschreiben aber Zahlen machen unsere Welt begreifbar.

Anbei einige Auszüge aus dem neusten Werk:

  • Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird ein heute geborenes Mädchen in Japan im Durchschnitt 86,1 Jahre alt werden. Für Deutschland geben die Vereinten Nationen eine Lebenserwartung für Frauen von 82,1 Jahren an. Deutlich unter 50 Jahre beträgt dagegen gegenwärtig die Lebenserwartung für Mädchen in afrikanischen Ländern wie Nigeria (47,3 Jahre) und der Demokratischen Republik Kongo (47,7 Jahre). Für Männer liegt die Lebenserwartung in den meisten Staaten der Erde fast durchweg um mehrere Jahre niedriger. Am ältesten werden die Männer in Hongkong mit 79,4 Jahren, gefolgt von Japan und der Schweiz mit jeweils 79,0 Jahren (Deutschland: 76,5 Jahre).
  • Gegen den in den meisten Ländern feststellbaren Trend einer kräftig steigenden Lebenserwartung seit Mitte der 1980er Jahre sank die Lebenserwartung unter anderem in der Russischen Förderation. Zwischen 1985/90 und 2005/10 nahm dort die Lebenserwartung für Männer von 63,8 auf 59,0 Jahre ab, für Frauen von 73,6 auf 72,6 Jahre.
  • Der Gesamtausstoß an CO2-Emissionen betrug 2005 weltweit 27,1 Milliarden Tonnen. Deutschland steuerte dazu 813,5 Millionen Tonnen beziehungsweise 3% bei. Um ein Vielfaches höher waren die CO2-Emissionen der Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China, die 5,8 beziehungsweise 5,1 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgaben. Damit verursachten diese beiden Staaten 40% des globalen CO2–Ausstoßes. Während in Deutschland 2005 je Einwohner im Durchschnitt 9,9 Tonnen CO2  emittiert wurden, war es in den Vereinigten Staaten (19,6 Tonnen) fast die doppelte Menge. In China lag die CO2-Belastung mit 3,9 Tonnen pro Kopf noch geringer als im Weltdurchschnitt (4,2 Tonnen).
  • Das Niveau der CO2-Emissionen korrespondiert in den meisten Ländern mit der jeweiligen Höhe des Primärenergieverbrauchs. Größter Energiekonsument waren 2006 die Vereinigten Staaten mit 2,3 Milliarden Tonnen Rohöleinheiten, gefolgt von China mit knapp 1,7 Milliarden Tonnen. In Deutschland lag der Primärenergieverbauch bei 328,5 Millionen Tonnen Rohöleinheiten und damit weniger als halb so hoch wie in der Russischen Föderation (704,9 Millionen Tonnen). Je Einwohner betrug der Primärenergieverbrauch in Deutschland 2006 knapp vier Tonnen Rohöleinheiten, in den Vereinigten Staaten dagegen 7,8 Tonnen, in der Russischen Föderation rund fünf Tonnen und in China 1,3 Tonnen.
  • Deutschland erwirtschaftete 2006 im Nachweis der Weltbank ein Bruttonationaleinkommen von 3,03 Billionen US-Dollar. Das waren 6,2% des globalen Bruttonationaleinkommen in Höhe von 48,7 Billionen US-Dollar. Damit war Deutschland hinter den Vereinigten Staaten mit 13,39 Billionen US-Dollar (Weltanteil: 27,5%) und Japan mit 4,93 Billionen US-Dollar (10,1%) weiterhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Erde. An vierter Stelle lag China mit 2,62 Billionen US-Dollar, das damit in die Phalanx der acht größten Volkswirtschaften vorstoßen konnte. Mit Spanien fand sich ein weiterer Neuling unter den TOP 8 der wirtschaftsstärksten Nationen, dessen Bruttonationaleinkommen 2006 mit 1,21 Billionen US-Dollar das der G8-Nation Kanada (1,20 Billionen US-Dollar) leicht übertraf.
  • Deutschland leistete 2007 öffentliche Entwicklungshilfe in einer Größenordnung von 12,3 Milliarden US-Dollar (netto) und war damit hinter den Vereinigten Staaten (21,8 Milliarden US-Dollar) und deutlich vor Frankreich (9,94 Milliarden US-Dollar) und dem Vereinigten Königreich (9,92 Milliarden US-Dollar) der zweitwichtigste Entwicklungshilfegeber. Gemessen am Bruttonationaleinkommen leisteten jedoch die skandinavischen Länder die umfangreichste Entwicklungshilfe. In Norwegen und Schweden wurden 2007  0,95% beziehungsweise 0,93% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe ausgegeben. In Deutschland waren es 0,37%. Die Vereinigten Staaten lagen gleichauf mit Griechenland an letzter Stelle aller bedeutender Geberländer mit einem Anteil von 0,16% des Bruttonationaleinkommens.
  • Die beliebtesten Kindernamen 2007 waren wie im Vorjahr „Marie“ und „Leon“. Das Durchschnittsalter der Mütter lag 2006 bei 31 Jahren und damit vier Jahre über dem der vorherigen Generation (1976: 27 Jahre). Während 2006 fast jedes dritte Kind (30%) unehelich zur Welt kam, war es vor 30 Jahren nur knapp jedes zehnte (9%).
  • „Leben in Deutschland“ heißt auch Zusammenleben mit anderen Nationalitäten und Kulturen: Knapp jeder fünfte Einwohner (18,4%) in Deutschland hatte 2006 einen Migrationshintergrund, neun Prozent aller Einwohner/-innen Deutschlands hatten 2006 eine andere Nationalität.
  • Frauen in Deutschland haben noch immer ein geringeres Einkommen als Männer. Gründe dafür sind unter anderem die hohen Anteile von Frauen an Minijobs (68%) und Teilzeitarbeit (82%). Auch lag ihr durchschnittlicher Bruttostundenlohn 2007 rund ein Viertel (24%) unter dem der Männer.
  • Die Deutschen verbringen ihren Urlaub am liebsten im eigenen Land. Rund zwei Drittel (65%) aller privaten Reisen führten 2007 in deutsche Regionen, jede neunte nach Bayern (11%). An der Spitze der Auslandsreiseziele lag Österreich mit fünf Prozent aller Reisen.
  • Die Bedeutung umweltfreundlicher Energie steigt: Erneuerbare Energiequellen − dazu gehören neben Wasser, Wind und Sonne auch Müll und Biomasse − hatten 2006 einen Anteil von über acht Prozent am Primärenergieverbrauch, 2004 waren es noch sechs Prozent.
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Der Beitrag wurde am 2. November 2008 um 08:44 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Literaturtipp gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.