Der Kampf um leistungsfähige Arbeitnehmer hat begonnen
von Winfried BraunGerangel um die besten Call-Center-Agenten
ONEtoONE 12/2007, vom 26. November 2007, Seite 31
Abstract: In Mannheim hat das Outbound-Unternehmen SIM mit einer groß angelegten Rekrutierungsaktion den Call-Center-Betreiber ADM verärgert. Mit mannshohen Plakaten und Flyern wirbt SIM direkt vor der Tür des Konkurrenten ADM. Dabei verspricht SIM einen Stundenlohn von 16 Euro für Call Agenten. ADM reagiert darauf verärgert und mahnt die Einhaltung des Fair Play an. SIM hingegen sieht in der Rekrutierungsaktion keinen Verstoß gegen das Fair Play und kündigt die Ausdehnung der Werbemaßnahmen an.
Kommentar:
Also ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Da gibt es einen Call-Center-Betreiber der Personalbedarf hat und Werbung macht, um zielgerichtet die richtigen Leute anzusprechen. Eine völlig normale Angelegenheit. Dass diese Werbung direkt vor der Tür eines Konkurrenten stattfindet, ist vielleicht ein bisschen frech, aber sehr wirkungsvoll. Das ist konsequentes Marketing und nicht verwerflich.
Ein Stundenlohn von 16 Euro für einen Outbound-Job ist völlig in Ordnung. Outbound-Dienstleistungen, insbesondere die Kalt-Aquise, sind eine anspruchsvolle Aufgabe. Diese kann und will nicht jeder machen. Wer aber gerne und erfolgreich in einem Outbound-Job tätig ist, seine Ziele erreicht, der hat Geld, Erfolg und Wohlstand in hohem Maße verdient.
Der Ärger des Konkurrenten über angebliche Abwerbungsversuche ist doch eher ein Ärger über sich selbst. Wer sich darüber ärgert, offenbart doch, dass er die Marktsituation und seine Konkurrenten falsch eingeschätzt hat.
Was können wir aus dem Gerangel lernen? Ich sehe dies weniger als Guerilla-Marketing, sondern vielmehr als Lehrstück für Personalmanager mit Frühwarnfunktion. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung werden wir künftig zunehmend mit Marketingaktionen dieser Art konfrontiert werden. Der Kampf um leistungsfähige Arbeitnehmer hat begonnen.
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